Können Sie sich vorstellen, einen chirurgischen Eingriff von einem ferngesteuerten Roboter durchführen zu lassen? Ehrlich gesagt leuchtet mir ja der Sinn eines solchen Roboters nicht ganz ein. Wenn genügend Geld und Personal da ist, um einen keimfreien Operationssaal und so einen hochkomplizierten Roboter zu betreiben, dann sollte es doch auch möglich sein, einen Chirurgen für den Eingriff zu engagieren, oder?

Aber ok, wenn der Chirurg gerade verhindert ist (z.B. wegen Golf oder Segeln), dann ist so ein Roboter bestimmt noch besser, als den Eingriff von Elfriede Krätzmann vornehmen zu lassen.  Aber, Sie ahnen es, die Sache hat einen Haken. Wenn etwas ferngesteuert werden kann, dann sind Hacker nicht weit. Und so stellt sich auch beim OP-Roboter heraus, dass man ihn stören oder gar komplett übernehmen kann. Das ist jetzt noch nicht sooo praxisrelevant, weil der RavenII-OP-Roboter vorerst noch ein Forschungsprojekt ist. Außerdem soll dem Chirurgen vorerst nur einfache Routineaufgaben abnehmen. Trotzdem eine gruselige Vorstellung.

Noch viel gruseliger finde ich allerdings Sicherheitslücken in Infusionspumpen oder Herzschrittmachern. Die betreffen lebenswichtige Geräte, die täglich vielfach im Einsatz sind. Würden Sie sich von einem Computer gesteuert Medikamente in die Blutbahn pumpen lassen? Klar, warum nicht, das ist bestimmt genauer als die altmodischen Tropfbeutel mit ihrem Klemmregler. Solange keiner dran rumfummelt. Das jedoch geht erschreckend einfach. Auf dem Modell Hospira PCA3 läuft Linux mit Busybox, und es gibt eine offene Telnet-Schnittstelle, über die man ohne Login gleich auf einer root-Shell landet.

Aua!