Sekundenkleber könnte sich in Zukunft zum Verkaufsschlager in kriminellen Kreisen entwickeln. Die Chemikalie ist nämlich eine wichtige Zutat beim Fälschen von Fingerabdrücken.

Und diese sollen, wenn es nach Apple und Mastercard geht, zukünftig zum Bezahlen benutzt werden. Das iPhone mit Fingerabdrucksensor und Bezahl-App ist schon zu haben, die Mastercard ist noch in Arbeit.  In Zukunft werden gestohlene Kreditkarten also mit Cyanoacrylat bedampft, um Fingerabdrücke des Besitzers sichtbar zu machen. Diese werden dann fotografiert, mit einem Laserdrucker ausgegeben, mit Hilfe von Holzleim als dreidimensionales Muster kopiert und auf einen Finger geklebt. Dass diese Methode funktioniert, hat der Chaos Computer Club bereits 2004 demonstriert.  Und schon ist alles bereit für den kriminellen Einkaufsbummel – ohne Kreditlimit, wie der Hersteller des Fingerabdruckscanners in einem Werbevideo stolz verspricht. Den Fingerabdrucksensor des iPhone haben CCC und Computerbild bereits überlistet.

Ich bin gespannt auf die Ergebnisse, die die Hacker mit den neuen Kreditkarten erzielen werden. Noch sind keine echten Betrugsfälle mit nachgemachten Fingerabdrücken bekannt geworden, aber das kann sich ändern, wenn diese Technik größere Verbreitung findet. Oder können neue Sensoren inzwischen echte von gefälschten Abdrücken unterscheiden? Der Beweis dafür steht noch aus.