Nicht nur die Geheimdienste sind uns auf der Spur, auch Privatfirmen bieten Handy-Ortung an – weltweit. Grundlage dafür sind die Ortungsdaten des Mobilfunknetzes selbst. Ihr Anbieter kann schließlich kein Gespräch zu Ihnen durchstellen, wenn er nicht weiß, welchen Mobilfunkmast er ansteuern muss.

Und Sie wollen doch weltweit erreichbar sein, oder? Folglich sind Ihre Positionsdaten allein durch Ihre Teilnahme am Mobilfunk schon für die weltweite Nutzung freigegeben. Nun ließe sich ein Telefongespräch auch vermitteln, ohne die Position des Angerufenen in alle Welt hinaus zu posaunen. Der Mobilfunkanbieter bräuchte ja bei Anrufen aus anderen Netzen nur bekannt zu geben: “Diese Nummer gehört zu unserem Netz!” – und das genaue Routing dann intern vornehmen. Nur: So läuft das leider nicht. Statt dessen kann jeder Mobilfunkanbieter der Welt bei jedem anderen Anbieter die Position eines beliebigen Teilnehmers abfragen. Und damit nicht genug: Die Übermittlung dieser Daten ist zudem noch so schlecht geschützt, dass es für versierte Angreifer ein Leichtes ist, das System zu missbrauchen und eigene Positionsabfragen einzuschleusen.

Diese Schwachstelle wurde bereits 2008 auf dem Chaos Communication Congress Öffentlich vorgeführt. Und heute wird der Zugriff auf die Positionsdaten beliebiger Mobilgeräte – wie die Washington Post berichtet – kommerziell ausgebeutet und weltweit angeboten. Meine Meinung: Was ab und zu in den Medien über die mobilen Überwachungsmechanismen zu lesen ist, ist nur die Spitze des Eisbergs. Wir können und wollen ohne die digitale Vernetzung nicht mehr leben, und dann müssen wir auch die Konsequenzen tragen. Und uns bewusst sein, dass wir zu jeder Zeit Spuren hinterlassen und gesehen werden können.