Das Land Baden-Württemberg hat jetzt eine Cyberwehr. Die soll analog zur Feuerwehr schnell helfen, wenn es irgendwo im Cyberspace brennt. Kleine und mittlere Unternehmen können rund um die Uhr eine Hotline anrufen, um bei IT-Katastrophen Hilfe zu bekommen. Der Telefon-Support ist kostenlos.

In einer ersten Stufe bekommt man bei der Cyberwehr eine ausführliche telefonische Beratung, was nun zu tun ist. Dieser Service ist kostenlos. Stellt sich dabei heraus, dass Experten vor Ort benötigt werden, vermittelt die Cyberwehr geeignete IT-Security-Firmen, die dann zu marktüblichen Preisen tätig werden.

Wir finden: Die Cyberwehr eine super Sache! Es ist nur zu wenig. Wir brauchen so einen Dienst dringend flächendeckend in ganz Deutschland. Und die Cyberwehr sollte nicht nur überall, sondern auch für alle erreichbar sein.

Die Cyberwehr ist in ihrer aktuellen Form zu eingeschränkt. Weder größere Unternehmen noch Privatleute können sie in Anspruch nehmen. Außerhalb von Baden-Württemberg ist sie nicht verfügbar. Der Vor-Ort-Service ist sogar auf nur drei Städte begrenzt. Nachts und am Wochenende erreicht man keine Fachleute, sondern nur ein Callcenter, wie der Projektleiter in einem Interview mit Heise bestätigt. Man stelle sich das bei der Feuerwehr vor! Nachts: Callcenter. “Es brennt in einer Privatwohnung? Sorry, dafür sind wir nicht zuständig.”

Die Cyberwehr ist aktuell ein Forschungsprojekt. Es ist gut und richtig, dass in dem Bereich geforscht wird. Aber wir sollten nicht abwarten, bis die Forscher nach jahrelangem Erbsenzählen feststellen, dass eine Cyberwehr überall und immer gebraucht wird. Das wissen wir nämlich schon. Parallel zur Forschung sollte dringend eine einheitliche digitale Gefahrenabwehr analog zur Feuerwehr geschaffen werden. Wenn die Karlsruher Forscher dann ihre Ergebnisse vorlegen, können die Erkenntnisse dank der geleisteten Vorarbeiten schnell umgesetzt werden.