Die wenigsten Ehemänner dürften damit rechnen, dass sie im Falle einer Scheidung von ihrer Frau gehackt werden. Und doch ist genau das anscheinend schon mehrfach passiert. Die Frau braucht ja nicht selbst zu hacken: Sie engagiert einfach einen Miethacker.

Wer seinem Ehepartner nachspionieren will, hat es heute leicht. Einfach kurz das Handy leihen und Whatsapp mit dem eigenen Laptop synchronisieren – schon kann man die Dialoge mit der Affäre mitlesen. Blöd nur, wenn der Partner die Meldung entdeckt: “Whatsapp Web ist gerade aktiv.”

Wer das vermeiden möchte, engagiert einen Experten. In Scheidungskriegen wurden immer schon gerne Privatdetektive angeheuert. Diese wiederum machen auch nicht alles selbst, sondern kaufen ihrerseits Dienstleistungen ein. Zum Beispiel in einem weit entfernten Land bei einer Hacking-Firma.

Eine solche hat gerade das Citizen Lab auffliegen lassen. Das Citizen Lab kümmert sich vorrangig um Bürgerrechte und untersucht daher meist Angriffe auf Journalisten und Bürgerinitiativen. Aber im neusten Bericht der Kanadier taucht ganz nebenbei die Bemerkung auf, dass die Hacker auch für Scheidungsfälle engagiert wurden. Umweltschützer, Energiekonzerne, Anwälte und Bürgerrechtler wurden ausspioniert – damit war zu rechnen. Aber die Randbemerkung über die Scheidungen beunruhigt uns ehrlich gesagt viel mehr. Denn sie bedeutet zweierlei:

  1. Hacking-Dienstleistungen sind offensichtlich so preiswert zu haben, dass man sie sich auch im privaten Umfeld leisten kann.
  2. Hacker bedrohen heute nicht mehr nur Unternehmensnetze, sondern buchstäblich jeden.

Das Citizen Lab hat die groß angelegten Hacking-Angriffe über mehrere Jahre verfolgt. Der Fall zeigt: Auftragshacker sind eine wachsende Gefahr für uns alle. Die größte Gefahr geht heute von gezielten Social Engineering-Angriffen auf einzelne Personen aus. Das zeigt übrigens auch der aktuelle Twitter-Hack. Mitarbeiter sollten also unbedingt gegen Social Engineering geschult werden. Wenn Sie so eine Schulung buchen möchten, melden Sie sich!