Persönliche Daten von Millionen von Menschen liegen auf einem öffentlichen Speicher, zugänglich für jeden. Die neuste Datenpanne macht vor allem eins deutlich: Das eigentliche Problem sind nicht die immer wieder auftretenden Leaks. Das eigentliche Problem ist das Geschäftsmodell von Facebook.

Die Sicherheitsforscher der Firma UpGuard haben 540 Millionen Datensätze von Facebook-Benutzern auf einer öffentlich zugänglichen Amazon-Cloud gefunden. In den 146 Gigabytes sind Facebook-Benutzernamen, Kommentare, Likes und weitere Daten enthalten. Es gibt keine Hinweise darauf, dass diese Daten missbraucht wurden. Sie lagen nur ungeschützt herum. Würde der Vorfall mit einem Bußgeld zum gleichen Tarif belegt wie beim Knuddels-Leak, müsste Facebook 5 Millionen Euro zahlen – aber davon kann keine Rede sein.

Natürlich wäre es besser, wenn das nicht passiert wäre. Natürlich wäre es besser, wenn Facebook grundsätzlich besser auf seine Daten aufpassen würde. Aber wie soll das gehen? Facebook lebt davon , möglichst viele Daten über seine User zu sammeln und diese gewinnbringend zu verkaufen . Wenn ich frisch verliebte Linkshänder in Plochingen suche, kann ich auf Facebook Werbung für genau diese Zielgruppe schalten. Ist den Facebook-Benutzern bewusst, wie sehr sie sich exponieren, wenn sie diese Plattform nutzen? Wohl kaum.

Jede Menge externe App-Entwickler haben Zugang zu Facebooks “Social Graph”, der gigantischen Datenbank über Milliarden Menschen, ihre Beziehungen und Vorlieben. Glaubt jemand ernsthaft, dass man eine derart monströse Datenhalde wasserdicht absichern kann? Das ist völlig ausgeschlossen.

Solange wir fast alle bei diesem Spiel mitmachen, “kostenlose” Dienste in Anspruch nehmen und dafür mit unseren Daten zahlen, solange müssen wir nicht nur mit immer neuen Datenskandalen leben, sondern wir müssen uns auch bewusst werden: Wir leben längst in einem permanenten Datenskandal.