Dem FBI sind in Zusammenarbeit mit internationalen Polizeibehörden drei führende Mitglieder der Hackergruppe FIN7 ins Netz gegangen. Einer der Admins wurde in Dresden gefasst.

Am ersten August 2018 veröffentlichte das Justizministerium der USA Anklagen gegen drei Mitglieder der Fin7-Gruppe, auch Carbanak genannt, die mit einer Vielzahl von Beutezügen in mehreren Ländern in Verbindung gebracht wird. Zwei der Verdächtigen wurde schon im Januar 2018 festgenommen, einer davon in Dresden, der andere in Polen. Ein dritter Verdächtiger wurde im Juni in Spanien dingfest gemacht. In der Meldung des Justizministeriums werden die Verdächtigen für eine Vielzahl von Angriffen in den letzten Jahren auf Hotels, Restaurantketten und Gaming-Firmen verantwortlich gemacht. Dabei wurden Millionen von Kreditkartendaten erbeutet, die die Bande dann im Darknet verkaufte. 6.500 Kassencomputer an 3.500 Standorten knackten die Datendiebe.

Auch in England, Australien und Frankreich war die Gruppe aktiv. Alle drei Angeklagten füllten laut FBI Führungsrollen in ihrer kriminellen Organisation aus. In früheren Meldungen wurde die Carbanak-Gruppe mit digitalem Bankraub von über einer Milliarde Euro in Zusammenhang gebracht.

Die mehrstufigen Angriffe begannen mit Phishing und endeten mit Geldautomaten, die ferngesteuert Scheine auswarfen, Überweisungen oder manipulierten Kontoständen, die die Verbrecher gewinnbringend abschöpften. Von den Angriffen auf Banken ist in der aktuellen Verlautbarung der US-Behörden nicht die Rede. Was die drei wirklich auf dem Kerbholz haben, wird sich hoffentlich im Laufe der Gerichtsverhandlungen herausstellen, die im Oktober beginnen sollen. Wir sind gespannt!