Dass Malware-Infektionen ernste Folgen haben können, musste am Montag, den 19. Juni 2017 das Toyota-Werk im japanischen Sayama erfahren. Etwa 1.000 Autos konnten nicht produziert werden, weil das Werk von einem Verschlüsselungstrojaner befallen war.

Die Produktion stand den ganzen Tag still. Obwohl der Virenbefall schon am Sonntag festgestellt wurde, konnten die Folgen nicht bis zum Produktionsbeginn am Montag beseitigt werden. Der Wannacry-Virus, der schon im Mai weltweit Unternehmensnetze befallen hatte, hat auch diesmal wieder zugeschlagen. Und das, obwohl Honda nach dem Ausbruch im Mai umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen gegen das Schadprogramm ergriffen hatte.

Immerhin: Obwohl Toyota-Netze auf der ganzen Welt betroffen waren, musste nur in einem Werk die Produktion ruhen. Im Mai mussten auch Renault und Nissan Produktionsausfälle wegen Wannacry hinnehmen. Ein ganz anderer Aspekt des Automobilbereichs wurde ebenfalls von Wannacry beeinträchtigt. Hier dürfte der Vorfall aber bei vielen Betroffenen eher für Freude gesorgt haben: Die australische Polizei hat 8.000 Strafzettel zurückgezogen, weil sie auf Messergebnissen befallener Geräte beruhten.

Die Radarfallen und Ampelkameras im Bundesstaat Victoria werden von einer Vertragsfirma gewartet. Der Vorfall berührt eine grundsätzliche Frage: Wie glaubwürdig sind digitale Beweismittel, wenn Messgeräte offensichtlich von Malware manipuliert werden können? Produktionsausfälle in Fabriken, ungültige Strafzettel bei der Polizei – welche Folgen kann so ein Angriff für Ihr Unternehmen, für Ihre Behörde haben? Unsere erfahrenen Experten analysieren das Risiko und erarbeiten wirksame Abwehrstrategien.