Swift und kein Ende. Ein Zitat aus der FAZ gibt mir zu denken: “In der Finanzwelt ist aber ein Schwarzer-Peter-Spiel im Gange”, heißtes da.  Demnach schieben Banken und Swift sich gegenseitig die Schuld an den digitalen Raubzügen der letzten Zeit zu.

Der Eindruck kann entstehen, wenn Swift seine Mitglieder auffordert, ihre Systeme besser abzusichern – und die Banken umgekehrt Swift auffordern, das Zahlungssystem fälschungssicher zu machen. Was ist da los? Die Finanzbranche vertrödelt ihre Zeit mit fruchtlosen Schuldzuweisungen. Banken verklagen sich wegen Cyber-Attacken gegenseitig auf Schadenersatz, lassen Meldungen an die Swift-Zentrale unter den Tisch fallen – und die Täter lachen sich derweil ins Fäustchen und ziehen in Ruhe ihren nächsten Coup durch. Zum Glück setzt sich langsam die Erkenntnis durch, dass die Angriffe auf das Swift-System die Branche als Ganzes betreffen.

Hinrich Völcker, IT-Sicherheitschef der Deutschen Bank, sagte: “Swift ist so schwach wie sein schwächstes Mitglied.” Den Satz sollten sich alle hinter die Ohren schreiben, die über die fehlende Firewall in Bangladesh gelacht haben. Es mag zwar ein Marktvorteil für das eigene Institut sein, wenn die IT im Haus besser abgesichert ist als bei Mitbewerbern. Aber diese Sichtweise greift zu kurz und spielt den Tätern in die Hände. In schlecht geschützten Banken erbeuten die Täter nicht nur Geld. Sie verschaffen sich dort auch wertvolle Insider-Informationen, mit deren Hilfe sie besser geschützte Institute gezielt ins Visier nehmen können.

Wirksame Gegenmaßnahmen können nur gelingen, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Schluss mit dem Schwarzer-Peter-Spiel! Oder, wie es der Swift-Vorsitzende Yawar Shah in einem Videobeitrag sagt: “We have to act as a community.”