Lange Jahre leugneten die Chinesen, dass sie eine Hacker-Armee haben. Man habe natürlich Experten für IT-Sicherheit, die seien aber nur defensiv tätig, hieß es immer. Aber es gibt es ein Dokument, das die Existenz offensiver Hacker-Einheiten bestätigt: The Science of Military Strategy.

Das ist ein Standardwerk der Militärakademie der Chinesischen Volksbefreiungsarmee. Sie können das Buch bei Amazon bestellen – aber es ist auf Chinesisch. Im Dezember 2013 erschien eine neue Fassung davon. Und im März 2015, nur 15 Monate später, hat Joe McReynolds, China-Experte des amerikanischen Center for Intelligence Research and Analysis, die 276 Seiten langsam, aber gründlich durchgelesen. Und enthällt aus dieser offiziellen Quelle, was China bisher immer leugnete.

Im Gespräch mit der News-Seite “The Daily Beast” berichtet er von drei verschiedenen Hacker-Organisationen in China.
1. Miliz¤rische Spezialeinheiten für Netzwerk-Kriegsführung, die Angriffe im Internet abwehren und durchführen.
2. Zivile Teams von Spezialisten in Behörden, die westlichen Polizeibehörden oder Geheimdiensten entsprechen.
3. Bei Bedarf beauftragt die Regierung außerdem Spezialisten außerhalb von Behörden, so McReynolds.

Alle diese Einheiten spionieren westliche Länder und deren Wirtschaft aus. Das wirft die Frage auf, wie sinnvoll es ist, mit chinesischen Behörden bei den Ermittlungen in Fällen von Internet-Kriminalität zusammenzuarbeiten, wie es unter anderem auch Deutschland tut. McReynolds hält das jedenfalls für riskant.