Schon mehrfach wurden auf Smartphones von chinesischen Herstellern Spionage-Funktionen entdeckt. Die US-Regierung hat daher mehreren ihrer Dienststellen untersagt, chinesische Mobilgeräte anzuschaffen. Der neuste Verdacht richtet sich gegen die Firma Xiaomi, deren preiswerte Androiden auch bei deutschen Kunden beliebt sind.

Das Redmi Note des Herstellers fiel durch unerwünschten Datenverkehr auf: Es kontaktiert immer wieder Server in Peking und übermittelt dabei sensible Informationen wie IMEI und IMSI-Nummern, Kontakte und Textnachrichten. Besonders unangenehm: Die Spionagefunktion ist anscheinend so tief im Gerät verankert, dass man sie noch nicht einmal durch eine Neuinstallation des Betriebssystems entfernen kann. Und das Redmi ist nicht das erste chinesische Handy, das beim Spionieren erwischt wird: Im Juni entdeckte G-Data einen vorinstallierten Trojaner auf dem Smartphone Star N9500. In einer Stellungnahme sagt Xiaomi-Sprecher Hugo Barra, dass die fragliche Funktion den Nutzer nicht ausforsche, sondern nur öffentliche Daten von den firmeneigenen Servern abrufe. Dabei soll es sich um Updates sowie Witze, Festtagsgrüße und Gedichte für die Messaging-App handeln. Xiaomi bietet zudem einen Dienst für Backups und Synchronisation an: Mi Cloud. Dieser arbeitet laut Barra verschlüsselt und lässt sich auch abschalten. Trotz aller Dementis ist Vorsicht angesagt. Was nützen teure Sicherheitskonzepte, wenn die Mitarbeiter eigene Geräte beliebiger Hersteller auf eigene Faust ad hoc in die Firmen-IT einbinden? Die restriktiven Vorgaben der US Behörden erscheinen vor diesem Hintergrund durchaus vernünftig.